ANNETTE RUENZLER
KÖRPER UND MÖBEL TEILE (FIRST LOVE)
ERÖFFNUNG AM FREITAG, 11. SEPTEMBER 2009, 18 Uhr
AUSSTELLUNG12. SEPTEMBER – 24. OKTOBER 2009, DI – SA 11-18 Uhr
Mit der Ausstellung „Körper und Möbel Teile (First Love)” zeigt Annette Ruenzler Arbeiten, die zwischen Vergangenem und Präsentem changieren. In diesem Dazwischen in der Zeit, liegt die Möglichkeit Assoziationen lebendig werden zu lassen und Unkörperliches sichtbar zu machen. Alltägliche Gegenstände wie Lampen und Seile, Gläser und Holzmöbel erweitern dann in neuem Gewand das Vokabular des Vertrauten und werden zu Formen von Gefühlen und anderem Versteckten, die aus der Ungenauigkeit des Unterbewußten herausgeschält werden. Die Ausstellung ist das präzis gerahmte Fenster, in dem die Künstlerin Erinnerungen hervorholt und Ein- oder Ausblicke ermöglicht.
Die Lithografie „Portrait eines Knotens“ stimmt die Ausstellung thematisch ein. Die Arbeit zeigt einen Knoten, der sich fest verschlossen und nahezu statisch jeder Annäherung entzieht. Ein in Stoff ummanteltes Kabel, das von einer Steckdose ausgehend in eine andere Richtung zeigt, führt von dieser Arbeit weg. Wie Perlen sind darauf die Einzelteile einer Lampe gereiht, deren Glühbirne flackernd von der Decke hängt. Eine Serien von Siebdrucken zeigt verwirrend deutlich die Worte „Past“ und „Present“. Das dünne Papier auf das die beiden bedeutungsvollen Worte gedruckt sind, kontrastiert die durch den Farbauftrag körperlichen-haptischen Buchstaben, die sich bis zur Auflösung ihrer Bedeutungen ineinander verschlingen. Weitere Rätsel geben Annette Ruenzlers Skulpturen auf.
Auf Tischen, die wie auf Stelzen im Raum stehen, sind weiße Kinderhände aus Gips gestellt. Sie stehen auf kristallenen Füßen. Das von der Künstlerin verwendete Material suggeriert Sinnlichkeit. Eine Hand greift einen goldenen Stein, der mit der Hand zu verschmelzen scheint. Eine Kette schwarzer Perlen rinnt durch die Finger einer anderen. In einer weiteren Hand ruht ein Schmetterling, der seine Farbe durch die schwarz-weiß Kopie in der er abgebildet ist verloren hat.
Ihre Arbeit verläuft auf dem schmalen Grat des sinnlich Schönen; die Künstlerin scheut sich jedoch nicht davor es wieder zu zerbrechen, oder dessen Zerbrechlichkeit zu zeigen. Die Ausklammerung einer linearen, logischen Entschlüsselbarkeit lässt Annette Ruenzlers Arbeiten frei miteinander kommunizieren. Narration entsteht durch das Hervorrufen des natürlich-instinkthaften Vermögens des Blickens, poetische Erzählungen aus Einzelteilen zu entwerfen. Im vielheitlichen Ort der Ausstellung sammelt sich, was sonst nicht im selben Raum anzutreffen ist. „Körper und Möbel Teile (First Love)“ zeigt in einer sinnlichen Verknüpfung unterschiedlichster Teile Zusammenhänge, die nur für den Zeitraum einer Ausstellung sichtbar werden, bevor sie sich wieder neu ordnen.