Katharina Jahnke
AN ILLUSION CAUSED BY
Eröffnung Freitag, 6. Juli 2007, 18 - 22 Uhr
Ausstellung 7. Juli - 1. September 2007
Öffnungszeiten Di - Sa, 11 - 18 Uhr
Sommerpause 7. - 18. August 2007
In der Ausstellung „an illusion caused by“ von Katharina Jahnke flirren silberne Lamettafäden und reflektieren zerkratzte Spiegel. Schmetterlinge schmücken einen Paravent und Glastropfen fallen von der Decke, die sich in einer Wachspfütze sammeln.
Katharina Jahnke verführt den Betrachter, zeigt ihm Schönes und Vertrautes, um es dann zu verdunkeln und zu zersetzen - und es bleibt die Frage, wie man dieser Täuschung verfallen konnte. Es sind keine Abgründe, die sich hier auftun. Vielmehr - wie ein leichter Kopfschmerz - zieht sich eine Unsicherheit darüber durch die Ausstellung, ob das was man sieht wahr ist oder nur so scheint.
Die Installationen und Zeichnungen von Katharina Jahnke hinterfragen die Ursachen von Illusionen, die meist in Sehnsüchten, Wünschen und Erwartungen verankert sind. So liest man auf einem Paravent über die Enttäuschung von Sylvester Stallone, der von seinem sich dematerialisierenden Kunstwerk von Anselm Kiefer erzählt und nicht versteht, wie bei einem millionenteuren Bild Stroh abfallen kann. Der Paravent ist verziert mit Schmetterlingen, die als verbrauchtes dekoratives Motiv in ihrer Beliebigkeit von Katharina Jahnke zeichnerisch noch einmal durchdekliniert werden. Sie verlieren aber ihre Zartheit und Schönheit, wenn man eine düstere und dunkle Ecke des Paravents entdeckt, aus der die Schmetterlinge gleich Todesboten entschlüpfen.
Ein weiterer Raumteiler besteht aus Spiegeln, dessen Rückseiten zerkratzt sind und damit transparent werden. Es entsteht ein lückenhaftes Spiegelbild, das zurückwirft und durchlässig ist. Die Form der freigelegten Stellen ähnelt Sternen und plötzlich wird die Rückseite zur Vorderseite. Der Blick in die Sterne als eine der größten Illusionen, ist auch Thema großformatiger Zeichnungen von Planeten, die wir noch sehen, aber die schon längst erloschen sind, oder die Wissenschaftler als möglichen Ausweichort sehen, falls die Erde untergeht.
Katharina Jahnke spannt immer wieder einen Bogen von weltumfassenden Vorstellungen zu häuslichen Einrichtungsgegenständen, Dekorationsmaterialien und Schmuck, die als Mittel verwendet werden, um eine schöne und geborgene Welt vorzuspiegeln. Eine Bodenarbeit aus getönten Glasplatten, auf denen ein gebrochenes Trinkglas und Wabenbälle liegen, wird zu einer sich permanent verändernden Collage, indem sich im Glas der Himmel reflektiert . Blickt man aber über den Rand des Universums hinaus, erkennt man „The sun going down is just an illusion caused by the world spinning round“ Flaming Lips