Problems on the way to the modern world


Edgar Arceneaux, Gabriele Basch, Ulrike Feser, Katharina Jahnke, Annette Kisling, Zilla Leutenegger, Simon Dybbroe Møller, Pavel Pepperstein, Bernd Ribbeck, Albrecht Schäfer, Cornelia Schmidt-Bleek


Eröffnung am Freitag, 20. Januar 2006, 19 - 21 Uhr Ausstellung vom 21. Januar - 4. März 2006


In der Gruppenausstellung „Problems on the way to the modern world“ sind Arbeiten der Künstler der Galerie zu-sammengestellt, die sich zum einen mit der Moderne, ihren Idealen und ihrer Kunst und zum anderen mit Problemen der modernen Welt in ihrer gesellschaftlichen und politischen Gestaltung auseinandersetzen. Die ausgestellten Arbeiten teilen sich als Basis diese beiden im Folgenden ausgeführten Themenbereiche.

In besonderer Weise wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Künstlern Entwürfe einer modernen Welt disku-tiert und ihre Umsetzung eingefordert. Technische Neuerungen und Forschungsergebnisse der Wissenschaften wurden ebenso aufgegriffen wie parawissenschaftliche Erklärungsmodelle. In formalen Experimenten wie der ku-bistischen Zersplitterung der Bildfläche und der Abstraktion spiegelt sich zum Beispiel der Widerstand gegen die Absolutsetzung des Subjekts. Die Kunstwerke vermochten die gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und techni-schen Ideen nicht umzusetzen, aber in ihrer formalen Gestaltung und künstlerischen Revolutionierung sind sie in die Kunstgeschichte eingegangen und prägen nachhaltig die zeitgenössische Kunst. Der Rückgriff junger Künstler auf diese Zeit spiegelt die Faszination für den Utopiegehalt der Moderne, den noch ungebrochenen Glauben an die Umsetzbarkeit der Ideen sowie die formalen und konzeptuellen Neuerungen dieser Kunst.

Zum Rückblick auf die Moderne treten Probleme hinzu, die aus ihren Ideen entstanden sind. Denn der technische und wissenschaftliche Fortschritt wird nicht mehr rückhaltlos positiv bewertet, wenn in Debatten um Atomkraft oder Gentechnik unabsehbare Folgen und Gefahren diskutiert werden. Die politischen Modelle haben sich in den Versu-chen der Umsetzung als Ideologien erwiesen, die Freiheit einschränken. Folgen der Realisierungsversuche bestim-men bis heute das politische, moralische und geschichtliche Bewusstsein und prägen damit das Handeln. Sichtbar werden heute Auswirkungen moderner Globalisierung in Konflikten gesellschaftlicher Schichten und ethnischer Gruppen, wie sie lokal zuletzt in den Ausschreitungen in Frankreichs Vorstädten zu beobachten waren und interna-tional die Politik beherrschen. Derartige Konflikte werden von Politik und Medien aufgegriffen um gesellschaftlich Ängste zu produzieren, die über die realen Bedrohungen hinausreichen. Einher gehen diese Angstproduktionen mit Versprechen von Sicherheiten, die von Politik und Wirtschaft angeboten werden.

Die Ausstellung „Problems on the way to the modern world“ führt Kunstwerke in den verschiedenen Medien von Malerei, Zeichnung, Skulptur und Video zusammen. In bisweilen ironisch-spielerischen Brechungen richten die Künstler ihren Blick auf die Probleme der modernen Welt.