Katharina Jahnke
„haunted“
Eröffnung am Freitag, den 21. Mai 2004 von 19 - 21 Uhr
Ausstellung vom 22. Mai - 3. Juli 2004
Die Galerie Kamm freut sich, die in Köln lebende Künstlerin Katharina Jahnke mit einer Einzelausstellung in der Galerie zu präsentieren. Katharina Jahnke beschäftigt sich medienübergreifend mit Mythen und Phänomenen der Pop- und Trivialwelt und hinterfragt deren gesellschaftliche Relevanz. Als Gesamtinstallation kreist die Ausstellung „haunted“ um den Themenkomplex Angst und beschreibt diesen anhand miteinander verknüpfter Zitate und Bildwelten. Exemplarisch steht das Haus als ein Ort der Projektion von Ängsten im Zentrum der Ausstellung.
Mit der Zeichnungsserie „hollywood hauntings“ untersucht Katharina Jahnke die Legendenbildung und Projektionen auf Villen von Hollywood-Stars als Beispiel von Angstkreation und deren Mechanismen. Die
Verflechtung von fiktivem Albtraum - Hollywood als Verwertungsmaschine von Ängsten - und dem realen Albtraum von Hollywood-Stars wird in einer fast lexikalischen Darstellung von recherchierten Geschichten visualisiert.
Ein weiterer Teil der Ausstellung ist eine Ansammlung von modellhaften „Spukhäusern“. Die rudimentär zusammengestellten Architekturen aus Holzresten und Glasbausteinen, die allerdings nicht das gängige Klischee eines Spukhauses zitieren, beschreiben in diversen Bildzitaten Elemente der Störung: verfremdete, verzerrte Durchblicke, zersplitterte Fenster thematisieren Behausungen, die ihre eigentliche Funktion, ein Schutzraum zu sein, verloren haben.
Der dritte und letzte Teil der Ausstellung sind Stoffbanner, auf denen ausschließlich Namen unterschiedlichster Angstarten gestickt sind. Die Namen sind aus einer Liste von über 400 wissenschaftlich anerkannten Phobien und ihren Namen entnommen. Unweigerlich provoziert diese Aufzählung die Frage, warum sucht man sich welche Angst aus.
Katharina Jahnke zielt mit ihren Arbeiten sowohl auf die Mechanismen der Angst als auch ihre Funktionalisierung in den Gesellschaften, die den permanenten Überlebenskampf überwunden haben und das kultivieren von Ängsten zum „Luxus“ wird.