Sally Gutierrez, Alex Villar
Ausstellungsserie "DOPPEL"
"DOPPEL 6" (Not a place) Sally Gutierrez and Alex Villar
Eröffnung am Freitag, 11. Mai 2001, 19-21 Uhr
Ausstellung vom 12. Mai - 23. Juni 2001
Öffnungszeiten Mi - Fr 13 - 19 Uhr Sa 13 - 18 Uhr
Die spanische Künstlerin Sally Gutierrez und der brasilianische Künstler Alex Villar nahmen beide 1999/2000 an dem Whitney Independant Studio Programm in New York teil. Ihre Arbeiten thematisieren auf ähnliche Weise den Begriff von Raum im urbanen Kontext und sie entwickelten ein Konzept für eine Serie von gemeinsamen Ausstellungen, bei denen ihre Arbeit als Dialog funktioniert, der im theoretischen Bereich von den Kunstkritikern Sabeth Buchmann und Simon Sheik fortgesetzt wird.
Ihre Präsentation in der Galerie Kamm wird die erste dieser Ausstellungen sein. Die Diskussionsrunde mit Sabeth Buchmann und Simon Sheik findet am Samstag, den 12.05.01 um 18 Uhr in der Buchhandlung pro qm, Alte Schönhauser Str. 48, Berlin-Mitte, statt
Sally Gutierrez setzt sich seit einigen Jahren mit Innenräumen auseinander und verwendet dabei dokumentarische Strategien. In der Ausstellung zeigt sie Fotografien aus der Serie „Blue Window Objects“, das Video „city-game television“ und das E-Mail Projekt „your view“.
„Blue Window Objects“ ist eine Serie von bearbeiteten Fotografien, in denen Sally Gutierrez die Idee des „non-place“ und „all-place“ in Bezug auf Fenster thematisiert. Gutierrez wählte Objekte aus, übermalte sie blau und positionierte sie noch im Innenraum, aber an der Schwelle nach außen. Eindimensional und flach stellen sie auf die Weise Fragen nach dem Übergang von privat zu öffentlich in Architektur, Fotografie und Zeichnung. Gleichzeitig wird die Vorstellung von der klassischen Perspektive hinterfragt.
Das Video „city-game television“ entstand während ihres Atelieraufenthaltes im World Trade Center und zeigt den Blick der Künstlerin aus den Atelierfenstern im 91.Stockwerk. Der distanzierte und priviligierte Blick auf die Stadt macht die permanente Bewegung in der Stadt sichtbar. In der Bewegung kreuzen sich die Menschen ohne in Kontakt zu treten.
Der dritte Ansatz von Sally Gutierrez den Blick aus dem Fenster zu untersuchen ist das E-mail Projekt „your view“. Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt beschreiben in einer E-mail, was sie gerade aus ihrem Fenster sehen.
Alex Villar’s Arbeit ist eine Videoinstallation, die sich mit Zwischenorten und der Zeit, die man an solchen Orten verbringt, beschäftigt.
Die Installation ist eine Rohrkonstruktion, die von außen mit schwarzen Stoff umkleidet ist und eine Videoprojektion in sich birgt. Die Installation funktioniert als provisorische Architektur: äußerlich eine Baustelle, wird der Betrachter, sobald er hineingeht, mit einer Gerüstkonstruktion konfrontiert, die einen Teil des Raumes quasi absperrt. Das Video wiederum, das in der New Yorker U-Bahn aufgenommen wurde, zeigt den Künstler, wie er in durch Geländer und Gitter abgesperrten Räumen auf- und abläuft.
Damit lenkt Alex Villar die Aufmerksamkeit auf den privatisierten Teil von öffentlichem Raum, in dem der Menschenfluß komplett regelt ist. Der Zweck solcher Orte folgt einer entgegengesetzten Richtung, sie existieren am Rande der Rationalität, entstanden durch die Innengestaltung der U-Bahn als kleine Inseln der Zusammenhangslosigkeit und des Widerspruchs.