Gabriele Basch
Gabriele Basch "Lost Velvet"
Eröffnung am Freitag, den 14.09.2001 von 19 - 21Uhr
Ausstellung vom 15.09. - 27.10.2001
Öffnungszeiten Mi - Fr 13 - 19 Uhr, Sa 13 - 18 Uhr
Gabriele Basch stellt in ihrer Einzelausstellung "Lost Velvet" das Ornament in den Mittelpunkt. Damit setzt die Künstlerin, die mit den Medien Malerei und Papierschnitt arbeitet, ihre Untersuchungen von Alltagsästhetiken fort. Gabriele Basch interessiert vorallem die Frage, inwieweit das Ornament überhaupt wahrgenommen wird und damit die ästhetische Alltagsgestaltung durch eine identitätsstiftende Funktion beeinflußt oder nicht.
Das Ornament, im Kern eine abstrakte Ausdrucksform, zeichnet sich durch Wiederholung und Gleichmäßigkeit aus. Dies bietet die prinzipielle Möglichkeit des Übersehens bzw. Vorbeisehens. Als Dekor täuscht es eine Heimeligkeit vor, die dem "Leeren" eine Ordnung entgegensetzt und gleichzeitig als ein Versuch des Abgrenzens gesehen werden kann. Die scheinbare Überschaubarkeit des Ordungsprinzips wirkt "beruhigend" und das Fehlen eines Mittelpunktes oder eines Handlungsablaufes macht das Ornament zu einer Beiläufigkeit.
Indem Gabriele Basch mit dem Ornament das Unspektakuläre thematisiert, macht sie gleichzeitig den Blick auf die Malerei frei. Die Bilder konzentrieren sich auf das, was sich sonst in der Alltäglichkeit verliert. Sie sind ein subjektiver Ausschnitt aus einer industriell gefertigten Realität. Durch den Akt des Malens, Wahl der Perspektive und des Ausschnittes hebt Gabriele Basch das Beiläufige in den Vordergrund. Im Bild entsteht eine Bewegung durch einen Farbraum und abwechselnder Schärfe / Unschärfe, die den Moment des Verschwindens und wieder Hervortretens spiegelt. Versucht der Betrachter die Bildoberfläche mit dem Blick abzutasten, auf etwas zu fokussieren, wird er feststellen, daß er sich nirgendwo festhalten kann. Aber ihm bleibt der Vergleich mit der Realität und seiner Wahrnehmung davon.