Gabriela Albergaria, Morten Schelde
"DOPPEL 7", Gabriela Albergaria (P) und Morten Schelde (DK)
Eröffnung am Freitag, den 9.November 2001 von 19 - 21 Uhr
Ausstellung vom 10.November – 20.Dezember 2001
Öffnungszeiten Mi-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-18 Uhr
In der siebten Folge der Ausstellungsserie "DOPPEL" präsentiert die Galerie Kamm die portugiesische Künstlerin Gabriela Albergaria (*1965) und den dänischen Künstler Morten Schelde (*1972). Obwohl die Künstler in unterschiedlichen Medien Arbeiten - Modell/Fotografie und Zeichnung - sie das Interesse hinter die alltägliche Realität zu blicken und eine Atmosphäre der Unsicherheit und Irrationalität in vertrauter Umgebung zu inszenieren.
Ausgangspunkt für Albergarias künstlerische Arbeit ist der Garten als ein Ort der Erinnerungen an ein Kindheitsparadies. Sie konstruiert Modelle von Gärten, fotografiert diese und stellt beides zusammen aus. Die neue Arbeit von Albergaria setzt sich aus drei Modellen unterschiedlicher Höhe zusammen.
Damit thematisiert sie, dass ein Garten niemals von einem Standort aus überblickt werden kann, sondern er erst durch das Abschreiten und die Neugierde, was sich hinter dem nächsten Busch versteckt, erschließt. Die
Fotografien erzeugen durch eine dramatische Lichtsetzung die cinematografische Atmosphäre eines Tatortes. Das Vertraute des Gartens verwandelt sich in einen Ort der Unsicherheit und Angst, ebenso erschreckend wie die dunkle Seite von Kindheitserinnerungen.
In den Zeichnungen "Children of Suburbia" von Morten Schelde, die in monochromen Rot gehalten sind, findet man die bekannte Umgebung von Vorstädten in Form von Autobahnen, Häuser und Details von
Inneneinrichtungen. Schelde benützt diese Realität als Grundlage für seine Erzählungen, in denen er phantasmagorische Elemente aus Science Fiction, Mythen und Kino sampelt. Es scheint als ob die Zeichnungen die Fähigkeit des Gedächtnisses aufzeichnen, sich übergangslos zwischen sogenannter Realitäten von TV Serien wie Akte X oder Science Fiction Romane von Athur C. Clarke und der konkreten Realität wie Wäsche waschen zu bewegen. So spiegelt sich z.B. in einer Zeichnung eine Autobahn in einem Bild von Stonehenge, während dazwischen ein überdimensional großer Junge und ein Bär in der Luft
spazieren gehen. Die Sicherheit (und Langweile) des täglichen Lebens ist von einer zeitlichen und räumlichen Verschiebung untergraben.